Selbst verantwortete Schule
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Das Gymnasium Grootmoor als „Selbst verantwortete Schule"

2004 starteten 18 Hamburger Schulen mit ihren 5. Klassen in den Schulversuch „Selbst verantwortete Schule" (SvS). Die teilnehmenden Schulen entwickelten in den letzten drei Jahren selbstständig und selbst verantwortet eigene Leitbilder, in denen das spezifisches Profil und der individuelle Weg der einzelnen Schule definiert und pädagogische oder fachliche Schwerpunkte formuliert wurden. Die Leitbilder helfen den Schulen nun, ihre eigene Identität zu entwickeln, darauf aufbauend eine nachvollziehbare Schulentwicklung zu betreiben und nach außen zu kommunizieren.

Ausgangspunkt unserer Schule, sich 2004 für die Teilnahme am Schulversuch „Selbst verantwortete Schule" zu entscheiden, waren und sind die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, Freiräume zur Weiterentwicklung unserer Schule zu gewinnen.

Wir haben die für diesen Versuch zur Verfügung gestellten Mittel genutzt, um unsere Unterrichtsentwicklung inhaltlich voranzutreiben und organisatorisch zu professionalisieren. Die Quintessenz dieser Arbeit findet sich in unserem Leitbild. Dort bündeln wir unsere pädagogischen Zielsetzungen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für unseren Unterrichtsalltag. Wir bieten dadurch allen an unserer Schule beteiligten Personen Orientierung und halten unsere Planungen und Perspektiven für die Zukunft fest.

Die folgenden Überlegungen und Zielsetzungen stehen für uns im Vordergrund:

Ziel unserer Arbeit ist es, unsere Schülerinnen und Schüler zu gesellschaftlich handlungsfähigen jungen Menschen zu erziehen, um ihnen ein Hineinwachsen in unsere komplexer werdende Welt zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen für uns die Stärkung der individuellen Persönlichkeit und die Befähigung zum eigenständigen Lernen. Die Ich-Stärkung sowie die Vermittlung von Kommunikations- und Sozialkompetenzen tragen wesentlich dazu bei, Bildungsinhalte nachhaltig zu vermitteln und in erheblichem Maße die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Um dieses nachhaltig zu gewährleisten, ist uns ein hohes Maß an Verbindlichkeit der zu vermittelnden Kompetenzen und eine konsequente Umsetzung der verabredeten Ziele wichtig.

In den vergangenen Schuljahren haben wir die folgenden Schwerpunkte diskutiert, entwickelt, und zum Kern unseres Leitbildes werden lassen:

Optimierung von Lernprozessen

Wir haben für alle Jahrgänge einen verbindlichen Fahrplan, der die Einführung der verschiedenen Methoden und Arbeitstechniken sowie deren regelmäßige Wiederholung zur Sicherung des Gelernten entwickelt. Schwerpunkte sind die Förderung des eigenständigen Arbeitens, der Lesekompetenz und der Ausdrucks- und Umgangsmöglichkeiten mit den Medien der Informationstechnologie. Um ein nachhaltiges Lernen zu ermöglichen, haben wir in unserer Stundentafeln durch Epochisierungen die Anzahl der Fächer in den mit 34 Wochenstunden belasteten Jahrgängen 7 bis 10 reduziert.

Förderung der Kommunikations- und Sozialkompetenz

Wir setzen Konzepte zur Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung um und entwickeln diese weiter. Dazu gehören Klassenratsstunden, Stunden zum sozialen Lernen, aber auch fest im Unterrichtalltag integrierte Elemente zur Teamentwicklung.

Förderung der Reflexionskompetenz

Zur Förderung der Eigenständigkeit der Schülerinnen und Schüler gehört auch die Fähigkeit zur Reflexion über das eigene Tun und Handeln sowie über das im Unterricht Geleistete. Um dieses zu trainieren, erproben wir Konzepte zum Philosophieren mit Kindern und entwickeln eine Feedback-Kultur.

Lernförderung

In diesem Kontext entwickeln wir kontinuierlich Konzepte zur Förderung und Forderung unserer Schülerinnen und Schüler. Diese richten sich sowohl an Kinder mit breit angelegten Begabungen, als auch an Schülerinnen und Schüler mit spezifischen Neigungen und Interessen. Wir haben Angebote im naturwissenschaftlichen wie im gesellschafts-wissenschaftlichen Bereich, aber auch im Bereich der Sprachen und der künstlerischen Fächer - damit gibt es für jede und jeden die Möglichkeit, sich inhaltliche Herausforderungen zu suchen, die den eigenen Interessen dienen.


Die Selbstverantwortung erfordert es in besonderem Maße, dass die schulischen Prozesse für alle Gruppen transparent sind und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dazu dienen unsere Workshops und die kontinuierliche Fortschreibung unserer Schulentwicklung.

Regelmäßige Workshops zur Schulentwicklung

Um nicht nur den Gremienvertretern Gelegenheit zur Teilnahme an schulischen Entwicklungsprozessen zu geben, haben wir in den letzten Schuljahren mehrmals zu offenen Workshops eingeladen, um unseren Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern Gelegenheiten zu bieten, sich gemeinsam über Schulentwicklungsthemen auszutauschen und über weitere Perspektiven der Schule nachzudenken. Dieser Austausch wurde bisher von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern als fruchtbar empfunden, so dass eine regelmäßige Durchführung der Workshops beschlossen worden ist.

Fortschreibung des Schulversuchs für die Klassen 7 bis 10

Aktueller Arbeitsschwerpunkt des Schulversuchs sind die Jahrgänge 7 bis 10. Auf der Grundlage des neuesten Standes der Entwicklungspsychologie entwickeln wir in diesem Schuljahr verbindliche Regeln und Unterrichtskonzepte, die diesen immer wieder als schwierig bezeichneten Jahrgängen (Stichwort Pubertät) besonders gerecht werden und so helfen sollen, auch in diesem Alter eine angemessene Arbeitsatmosphäre zu schaffen, um gute Lernerfolge zu erzielen. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf das soziale Miteinander gelegt werden, da wir der Ansicht sind, dass ein intakter Klassenverband eine wichtige Voraussetzung ist, um eine feste und stabile Persönlichkeit zu entwickeln. Aus diesem Grund haben wir auch in diesen Jahrgängen verbindliche Klassenratsstunden eingeführt.
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 15. Dezember 2009 um 16:12 Uhr
 
 

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